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Wie Masking und gesellschaftliche Erwartungen dazu führen, dass die Diagnose oft spät erfolgt.

Autismus bei Frauen: lange übersehen

Frau im Grasland

Warum dieses Thema so viele Frauen betrifft

Autismus zeigt sich bei Frauen häufig anders als in den gängigen medizinischen Beschreibungen. Viele Frauen erhalten ihre Diagnose daher erst spät – oder gar nicht.

Das liegt nicht daran, dass ihre Symptome weniger ausgeprägt wären, sondern daran, dass sie oft übersehen, fehlinterpretiert oder falsch eingeordnet werden.

Deshalb ist es wichtig, Autismus bei Frauen zu erkennen.

Warum Autismus bei Frauen häufig übersehen wird

Aktuelle Statistiken zeigen: Autismus wird bei Männern etwa dreimal häufiger diagnostiziert als bei Frauen. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Symptome zeigen sich bei Frauen oft anders

  • Diagnostische Kriterien basieren überwiegend auf männlichen Probanden

  • Gesellschaftliche Vorstellungen prägen, wie Autismus „aussehen soll“

Diese Faktoren führen dazu, dass viele Frauen lange keine passende Erklärung für ihr Erleben erhalten.

Masking und Camouflage 
angepasst, aber nicht erkannt

Viele autistische Frauen entwickeln früh Strategien, um nicht aufzufallen.

Masking bedeutet, autistische Verhaltensweisen bewusst zu unterdrücken.
Camouflage beschreibt das aktive Anpassen – etwa durch erlernte soziale Strategien.

Nach außen wirken Betroffene oft „unauffällig“, während die innere Belastung hoch bleibt. Diese Anpassung erschwert die Diagnosestellung erheblich.

Autismus ist nicht gleich Autismus

Autismus hat viele Gesichter.
Das stereotype Bild – meist männlich, stark zurückgezogen, wenig zugänglich – wird der Realität vieler Betroffener nicht gerecht.

Gerade bei Frauen und Mädchen werden autistische Merkmale häufig anders gedeutet und nicht als Hinweise auf Autismus erkannt.

Wann zeigen sich erste Anzeichen?

Autistische Merkmale zeigen sich meist bereits in der Kindheit. Bei Mädchen bleiben sie jedoch häufig unerkannt. Viele Frauen erhalten ihre Diagnose deshalb erst im Erwachsenenalter.

Mögliche Anzeichen sind unter anderem:

  • Schwierigkeiten, Gespräche zu beginnen oder aufrechtzuerhalten

  • Probleme, Mimik, Gestik oder Körpersprache zu deuten

  • Unsicherheit im angemessenen Reagieren auf soziale Situationen

  • Weniger ausgeprägte eigene Mimik

  • Wiederholende Verhaltensmuster

  • Stark ausgeprägte Spezialinteressen

"Mit mir stimmt etwas nicht"

Viele Frauen berichten rückblickend, dass sie sich schon früh „anders“ gefühlt haben – ohne erklären zu können, warum.

Dieser Gedanke kann über Jahre bestehen bleiben und zu erheblicher emotionaler Belastung führen.

Typische Merkmale bei Frauen im Autismus-Spektrum

Neben allgemeinen autistischen Merkmalen zeigen sich bei Frauen häufig spezifische Muster:

  • Verbergen sozialer Unsicherheiten

  • Individuelle Anpassungsstrategien, um nicht aufzufallen

  • Interessen, die gesellschaftlich als „unauffällig“ gelten (z. B. Lesen, Malen)

  • Hohe Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm oder Reizen

Frau atmet tief durch

Wenn Autismus überdeckt wird

Autistische Frauen sind häufiger von psychischen Begleiterkrankungen betroffen, etwa:

  • Depressionen

  • Angststörungen

  • Essstörungen

Diese Diagnosen rücken oft in den Vordergrund und können den Blick auf Autismus verdecken.

Schon gewusst?
Autistische Symptome werden bei Frauen nicht selten als andere psychische Erkrankungen fehlinterpretiert – zum Beispiel als Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Wie gesellschaftliche Erwartungen die Diagnostik beeinflussen

Bestimmte Verhaltensweisen gelten gesellschaftlich als „typisch weiblich“ und werden daher seltener hinterfragt, zum Beispiel:

  • Kommunikationsfreude

  • emotionale Offenheit

  • scheinbar harmlose Anpassungsrituale

Das erschwert eine objektive diagnostische Einordnung.

Darum wird Autismus bei Frauen oft spät diagnostiziert

  • Diagnosekriterien: männlich geprägt

  • Maskierung: frühe Anpassung und Verbergen von Symptomen

  • Stereotype: Autismus wird meist mit Männern assoziiert

  • Fehldiagnosen: andere psychische Erkrankungen stehen im Vordergrund

Vermutest du, dass deine Diagnose nicht passt?

Wenn du das Gefühl hast, falsch oder unvollständig diagnostiziert worden zu sein, schauen wir gemeinsam hin.

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Investition

Autismus-Diagnostik: 656,80 €

Kombi-Diagnostik mit ADHS: 1.146,80 €

Im Preis enthalten sind alle eingesetzten Testverfahren sowie ein detaillierter Befundbericht.
Eine Kostenübernahme durch private Krankenversicherungen ist in vielen Fällen möglich.
Mehr dazu erfährst Du auf der Seite Über die Praxis.

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